28.02.2026
Aus dem Gemeinderat: Fokus auf Jugend, Friedhofssanierung und eine hitzige Plakat-Debatte

Großheirath - In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 25. Februar 2026 standen wichtige Weichenstellungen für die Gemeinde auf der Tagesordnung. Neben wegweisenden Investitionen in die örtliche Infrastruktur diskutierte das Gremium intensiv über die Zukunft der Jugendarbeit sowie über die Plakatierung vor der anstehenden Kommunalwahl.

Neue Impulse und Räume für die Jugendarbeit gesucht

Die seit 2023 bestehende Übereinkunft zur gemeinsamen Jugendarbeit zeigt in Großheirath deutliche Erfolge. Unterstützt von Werkstudentin Charlotte Lausmann plant der Jugendpfleger, in diesem Jahr regelmäßige Jugendtreffs direkt im Ort zu etablieren. Bisher nutzen Jugendliche aus Großheirath die offenen Treffs in der Nachbarschaft sowie Angebote wie das Ferienprogramm oder den Fasching (16 Prozent Teilnahme aus Großheirath) bereits gut. Ein Angebot direkt vor Ort soll diese Zahlen jedoch weiter steigern.

Besonders positiv fiel im Gremium das politische Interesse der jungen Generation auf: Zur U18-Wahl kamen 43 Jugendliche, der Großteil davon extra am Nachmittag. Das Projekt „Couch (Demokratie leben)“ zur Wahlvorbereitung verzeichnete mit 12 Teilnehmern ebenfalls starken Zulauf.

Aktuell haben viele Jugendliche den Wunsch nach einem wöchentlichen Treffen. Die größte Herausforderung ist derzeit die Raumfrage. Der bestehende Jugendraum ist für diesen Zweck zu klein, soll aber in Kombination mit dem Gymnastikraum und der Skaterbahn als erster Startpunkt dienen. Langfristig wird eine größere Location gesucht – aus dem Gemeinderat kam hierzu bereits der Vorschlag, die alte Arztpraxis als neuen Jugendraum zu prüfen. Auch die Sichtbarkeit der Angebote soll weiter verbessert werden. Neben Plakaten, der Heimat-App und dem bestehenden Instagram-Account sucht der Jugendpfleger nach weiteren Wegen, um die Jugendlichen insbesondere an den weiterführenden Schulen besser zu erreichen.

Grünes Licht für die Friedhofssanierung

Einstimmig (14:0) beschloss der Gemeinderat die Sanierung des Friedhofs Großheirath. Planerin Frau Döhler stellte die Details des Vorhabens vor: Die baufällige und nicht mehr den Sicherheitsvorschriften entsprechende Grüngutsammelstelle unterhalb des Friedhofs wird abgebrochen und die Grube aufgefüllt. An dieser neu hergerichteten Stelle wird künftig ein Grüngutbehälter aufgestellt – baugleich zu dem Modell, das sich bereits im oberen Friedhofsteil befindet. Dieser obere Behälter erhält zudem einen neuen Standort hinter der Leichenhalle. Somit stehen den Friedhofsbesuchern künftig insgesamt zwei Grüngutmulden zur Verfügung.

​Die Sanierung, die in einem einzigen Bauabschnitt erfolgt, beinhaltet zudem einen barrierefreien Zugang zur Leichenhalle über eine kleine Rampe. Ob die Einfassung des neuen, geschwungenen Weges mit witterungsbeständigem Cortenstahl umgesetzt wird, soll als Option in die Ausschreibung aufgenommen werden. Die Baukosten belaufen sich auf rund 430.700 €. Nicht in dieser Summe enthalten sind die Sanierung der Trauerhalle selbst sowie die Erneuerung des Heckenwegs unterhalb des Friedhofs.

Wissenschaftliche Erkundung von Erdwärme

Im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens (Erlaubnisantrag Bamberg-Lichtenfels) zur Aufsuchung von Erdwärme, Wasserstoff und Helium zu wissenschaftlichen Zwecken informierte sich der Gemeinderat über geplante Maßnahmen in der Region. Gebohrt werden soll demnach bis in eine Tiefe von 400 Metern. Das Gremium forderte hierzu noch genauere Informationen an, wo die konkreten Bohrungen auf dem Gemeindegebiet stattfinden sollen.

Hitzige Debatte um Wahlplakate

Für deutlichen Diskussionsstoff sorgte das Thema der aktuellen Plakatierung vor der Wahl. Die Verwaltung hatte die Anzahl der Plakate im Vorfeld eigenmächtig auf 20 Stück begrenzt, obwohl hierfür keine offizielle Satzung der Gemeinde existiert. Der Bürgermeister merkte an, dass kurz vor der Wahl kein Handlungsbedarf mehr bestehe – das "Kind sei bereits in den Brunnen gefallen" – und verwies darauf, dass es in der Vergangenheit nie Probleme mit der Anzahl gegeben habe. Nach einer hitzigen Debatte war sich das Gremium jedoch einig: Der neu gewählte Gemeinderat muss sich vor der nächsten Wahl zwingend und intensiv mit diesem Thema befassen, um eine klare und rechtsverbindliche Satzung zu erlassen.

Kurzmeldungen: Kläranlage, Straßen und Wirtshäuser

Kläranlage: Auf Anfrage aus dem Gremium wurde bestätigt, dass derzeit noch keine neuen, belastbaren Zahlen zur Sanierung der Kläranlage vorliegen.

Straßensanierung: Die Ausbesserung von Schlaglöchern im Gemeindegebiet hat bereits begonnen. Für umfassendere Arbeiten muss jedoch auf konstant wärmere Temperaturen gewartet werden.

Breitbandausbau: In Watzendorf pausieren die Arbeiten aktuell aufgrund der Winterpause.

Gemeinsam gegen das Wirtshaussterben: Die Gemeinde beteiligt sich im Rahmen der ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung) an einem Förderprogramm zur Erhaltung der lokalen Gastronomie. Die Bewerbung ist mit keinen Kosten verbunden; in einem nächsten Schritt sind nun Workshops geplant.