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Großheirath – Die Gemeinderatssitzung am 21. Januar war geprägt von großen Zahlen und zukunftsweisenden Bauprojekten. Neben der Beratung des Haushalts 2026 standen vor allem zwei konkrete Maßnahmen im Mittelpunkt, die das Ortsbild und das Gemeindeleben nachhaltig prägen sollen: Die Sanierung des Gemeindehauses in Watzendorf und die Neugestaltung des Friedhofs in Großheirath. Alle drei Themen nahmen in der Beratung breiten Raum ein.
Neues Leben für das Gemeindehaus Watzendorf
Ein zentrales Thema war die Zukunft des Anwesens Krumbacher Straße 1 im Ortsteil Watzendorf. Frau Schubart-Eisenhardt vom Büro ARCHISE aus Seßlach präsentierte die Entwurfsunterlagen für eine umfassende Renovierung. Das Gebäude, das derzeit teilweise leer steht und teilweise von der Feuerwehr sowie Vereinen genutzt wird, soll deutlich intensiver belebt werden.
Die Pläne sehen vor, im rechten Gebäudeteil einen ca. 60 m² großen Gemeinschaftssaal zu schaffen. Um diesen barrierefrei und großzügig zu gestalten, müssen Wände und Stützen weichen und das Bodenniveau um 20 bis 25 cm abgesenkt werden. Auch der Einbau neuer WC-Anlagen, eine energetische Dämmung der obersten Geschossdecke sowie eine Überholung der Fassade sind vorgesehen.
Die Kostenschätzung beläuft sich aktuell auf rund 612.000 Euro brutto für die beschriebenen Maßnahmen – die Sanierung der Wohnung im Obergeschoss ist darin noch nicht enthalten. Der Gemeinderat beschloss, bis zu einem gemeinsamen Gespräch im März weitere Prüfungen vorzunehmen: So soll geklärt werden, welche Denkmalpflege-Zuschüsse möglich sind, ob der Saal kostengünstiger im ersten Stock realisiert werden könnte oder ob gegebenenfalls ein Ersatzbau gefördert würde.
Friedhofssanierung: Kosten auf dem Prüfstand
Ebenso detailliert wurde über die Sanierung des Friedhofs Großheirath beraten. Frau Döhler vom Planungsbüro Ammermann & Döhler stellte den Vorentwurf vor, der Gesamtkosten von ca. 459.000 Euro brutto vorsieht. Wichtig hierbei: In dieser Summe sind die Sanierung der Trauerhalle, die Beleuchtung sowie die Straßensanierung des Heckenwegs noch nicht enthalten.
Das Projekt ist in zwei Bauabschnitte unterteilt: Zunächst die Erneuerung des Friedhofs selbst, gefolgt von der Schaffung neuer Parkplätze. Der Zeitplan sieht eine Ausschreibung im April und einen Baubeginn im Juli 2026 vor.
Trotz der Zustimmung zum generellen Vorhaben trat der Gemeinderat auf die Kostenbremse. Es wurde beschlossen, die veranschlagten 459.000 Euro nochmals explizit auf Einsparpotenziale zu überprüfen. Der Bauausschuss wird sich im Februar mit den Materialien befassen, bevor am 11. Februar der finale Beschluss fallen soll.
Haushalt 2026: Differenziertes Abstimmungsverhalten
Den finanziellen Rahmen bildete der Haushalt 2026, den Kämmerer Rothämel erläuterte. Das Zahlenwerk erreicht ein Rekordvolumen von fast 14 Millionen Euro. Dominiert wird der Etat von der notwendigen Kreditaufnahme von knapp 2,8 Millionen Euro, um Großprojekte wie die Anteile an der Kläranlagensanierung und weiteren Infrastrukturmaßnahmen zu stemmen.
Die Abstimmung spiegelte die angespannte Lage wider: Während der Stellenplan einstimmig beschlossen wurde, gab es sowohl gegen den Haushalt und die Haushaltssatzung als auch gegen den Finanzplan für die Jahre 2027 bis 2029 Gegenstimmen aus dem Gremium.
Der Fraktionsvorsitzende der FREIE WÄHLER, Oliver Göckel, wies in seiner Rede auf die immer enger werdenden Spielräume durch steigende Umlagen hin:
„Die Landkreisführung hat es treffend ausgedrückt: Wir stehen mit dem Rücken an der Wand – und nicht nur der Landkreis, auch wir als Gemeinde Großheirath!“
Die Gemeinde müsse daher bei allen künftigen Ausgaben jeden Euro sowie die Notwendigkeit und Dringlichkeit genau prüfen.