Aktuelles
08.02.2026
Kommunale Verantwortung und bayerische Weitumsicht: Thorsten Glauber zu Gast in Großheirath
Großheirath – Zu einer matineeartigen Informationsveranstaltung versammelten sich am Sonntagvormittag zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie die Kandidatinnen und Kandidaten der FREIEN WÄHLER im Feuerwehrhaus Rossach. Als besonderer Gast referierte der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über die aktuellen Herausforderungen in der Wasserwirtschaft, den Hochwasserschutz und die Energiewende. Die Veranstaltung, die gemeinsam von den FREIEN WÄHLERN Großheirath und dem Kreisverband Coburg-Land organisiert wurde, bot einen tiefen Einblick in die Verzahnung von Landespolitik und kommunaler Praxis.
Das Feuerwehrhaus als soziales Fundament
Thorsten Glauber, der vor seiner politischen Karriere als Architekt zahlreiche Feuerwehrhäuser in Franken geplant hatte, betonte die gesellschaftliche Bedeutung dieser Gebäude. Für ihn stellt das Feuerwehrhaus neben der Kirche das wichtigste Zentrum im ländlichen Raum dar. Da in vielen Ortschaften die Gasthäuser schließen, fungieren diese Einrichtungen als letzte verbliebene Treffpunkte der Gemeinschaft. Er erinnerte daran, dass viele dieser Häuser in Eigenleistung der Bürgerinnen und Bürger entstanden sind und somit ein Symbol für die Übernahme von Verantwortung im Ort bleiben.
Bezahlbares Wasser und Sicherheit vor Extremwetter
Ein Schwerpunkt des Vormittags war die Sicherung der bayerischen Trinkwasserversorgung. Glauber erläuterte ausführlich die Notwendigkeit des neuen Wassergesetzes und des damit verbundenen Wassercent. Mit einem Betrag von zehn Cent pro tausend Liter investiert der Freistaat massiv in die Infrastruktur, um Franken durch großflächige Verbundsysteme krisenfest zu machen. Das Ziel ist eine sogenannte Wasserspange, die den trockeneren Norden Bayerns langfristig absichert. Der Minister verwies darauf, dass solche Kooperationen bereits heute erfolgreich funktionieren und die gegenseitige Hilfe zwischen Kommunen ermöglichen.
Beim Hochwasserschutz verkündete Glauber eine wichtige Entlastung für die Gemeinden. Die kommunale Beteiligung an staatlichen Projekten wird künftig auf einen Festanteil gedeckt. Die Gemeinde zahlt fix 20 Prozent der geplanten Kosten, während der Freistaat Bayern alle weiteren finanziellen Risiken und unvorhersehbaren Preissteigerungen übernimmt. Für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort empfahl er die Nutzung der staatlichen Starkregen-Sturzflutkarten, um individuelle Risiken am eigenen Wohngebäude frühzeitig zu erkennen und mit oft einfachen baulichen Maßnahmen vorzubeugen.
Kritik am Netzausbau und Blick auf die Kommunalwahl
In der Energiepolitik forderte Glauber mehr Geschwindigkeit von den großen Netzbetreibern. Er kritisierte, dass der Ausbau der Verteilnetze nicht mit dem Tempo der genehmigten Windkraftanlagen schritthält. Besonders hob er die Bedeutung der Biogasanlagen hervor, die in Deutschland eine Leistung erbringen, die vergleichbar mit fünf bis sechs Atomkraftwerken sei. Er sprach sich zudem für regionale Stromtarife aus, damit die Wertschöpfung der erneuerbaren Energien direkt bei den Menschen in der Region bleibt.
Mit Blick auf den 8. März 2026 betonte Glauber die Relevanz der Kommunalwahl. Er bezeichnete den Gemeinderat als das Gremium, in dem praktisch unser aller Leben und Zusammenleben entschieden wird. Er ermutigte die Anwesenden, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, da die Entscheidungen auf kommunaler Ebene die ehrlichsten seien. Die Veranstaltung schloss mit seinem Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde und dem Bekenntnis, dass bei den FREIEN WÄHLERN das menschliche Miteinander stets vor der Parteipolitik stehe.