01.12.2025
Bürgermeister Siegel: „Letzte Runde“ und solide Finanzen

Rossach - ​Für Bürgermeister Udo Siegel war der Termin im Sportheim des TSV Rossach ein besonderer: Es war die letzte Rossacher Bürgerversammlung in seiner 18-jährigen Amtszeit. Vor den anwesenden Bürgern und Kandidaten der FREIEN WÄHLER nutzte er die Gelegenheit für einen umfassenden Kassensturz und einen Ausblick auf kommende Herausforderungen.

​Trotz eines Haushalts 2025, der so spät genehmigt wurde wie nie zuvor, konnte Siegel finanzielle Entwarnung geben. Die ursprünglich eingeplante Kreditaufnahme von rund 1,255 Millionen Euro wird in diesem Jahr nicht benötigt, da sich einige Maßnahmen verschoben haben. Erfreulich ist die Einnahmenseite: Die Einkommensteuer hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt, und auch die Gewerbesteuer kletterte dank gut laufender Betriebe auf fast zwei Millionen Euro. Einziger Wermutstropfen: Durch die hohe Steuerkraft sinken im Gegenzug die staatlichen Schlüsselzuweisungen.

Millionen für Arztpraxis, Feuerwehr und Straßen

​Siegel blickte auf massive Investitionen zurück. Der Umbau für die Verlegung der Arztpraxis, des Bäckers und eines Nagelstudios sei derzeit der größte finanzielle Posten. Man liege jedoch im Kostenrahmen; der Bäcker ist bereits, die Praxis soll Anfang nächsten Jahres umziehen. Auch in die Sicherheit wurde kräftig investiert: Neue Fahrzeuge für Großheirath und Buchenrod sowie Schutzkleidung schlugen mit hohen Summen zu Buche.

​Auch der Straßenbau (Schulstraße, Hirtenberg in Rossach) und der Hochwasserschutz forderten die Gemeindekasse. Beim Thema Sirenen musste Siegel Probleme einräumen: Die Umrüstung auf digitale Technik verzögert sich massiv; die Gemeinde hat hier inzwischen einen Rechtsbeistand eingeschaltet.

Diskussion: Raser und fehlende Sicherheit

​In der anschließenden Diskussion stand vor allem die Verkehrssituation in der Kritik. Anwohner beschwerten sich massiv über hohe Geschwindigkeiten. Bemängelt wurde, dass Verkehrskontrollen fehlten, um Raser abzuschrecken. Der klare Wunsch der Bürger: Es brauche mehr effektive Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung und zur Erhöhung der allgemeinen Sicherheit.

Kommunikationspannen bei Gemeindeprojekten

​Auch bei laufenden Projekten der Gemeinde gab es Redebedarf. Zwar werden Maßnahmen wie der Ausbau von Fußwegen, die Gestaltung des Geländes am Feuerwehrhaus oder die Bereitstellung von Rindenmulch für Bürgerprojekte grundsätzlich begrüßt, doch hakt es bei der Umsetzung. Bürger kritisierten Kommunikationsprobleme und Verzögerungen. Konkret wurden die Auswahl der Pflanzen und die teils mangelhafte Ausführung der Arbeiten an der Kreuzung beim Feuerwehrhaus bemängelt. Hier wünscht man sich eine professionellere Handhabung. Bürgermeister Siegel versprach, das Thema nochmal an das Amt für ländliche Entwicklung zu spielen.

Breitband: Das komplexe Erbe von Vodafone

​Ein  Thema blieb der Breitbandausbau. Die Gemeinde ist bemüht, die Versorgung mit schnellem Internet zu verbessern, stößt dabei aber auf Hürden. Die Diskussion zeigte, dass die Förderbedingungen komplex sind und die bestehende Präsenz von Vodafone-Kabeln den Ausbau teilweise einschränkt. 

Haushalt und Zukunftssorgen: Kritik an der Planung

​Abschließend wurde noch einmal der Haushalt thematisiert. Trotz der unerwartet positiven Ergebnisse im aktuellen Jahr blicken Bürger skeptisch in die Zukunft. Es bestehen Unsicherheiten bezüglich kommender Investitionen, insbesondere im Zusammenhang mit der Sanierung der Kläranlage und weiteren Infrastrukturmaßnahmen. Kritische Stimmen warnten davor, dass Fehler in der Planung und Umsetzung von Projekten – wie in der Vergangenheit beobachtet – auch künftig zu Verzögerungen und vermeidbaren Kostenüberschreitungen führen könnten.