07.11.2025
Siegels „letzte Runde“ in Watzendorf: Rückblick, Finanzen und lokale Anliegen

Watzendorf – Es war eine besondere Runde, die sich zur Bürgerversammlung in Watzendorf eingefunden hatte. Unter den Anwesenden waren auch die Kandidaten der Freien Wähler Großheirath e.V. gut vertreten, darunter der Watzendorfer Kandidat Hermann Raab sowie Oliver Göckel, Adrian Kirchner und Sebastian Fellisch. Für Bürgermeister Udo Siegel war es die „letzte Runde Bürgerversammlung in dieser Legislaturperiode“ und zugleich die letzte in Watzendorf nach 18 Jahren Amtszeit. Vor der anstehenden Wahl nutzte Siegel die Gelegenheit für einen umfassenden Rück- und Ausblick auf die Finanzen der Gemeinde, große Bauprojekte und die spezifischen Anliegen der Watzendorfer Bürger.

Solide Finanzen trotz geplanter Defizite

Den Auftakt machte der Kassensturz der Gemeinde. Der Haushalt 2025, der mit fast 13 Millionen Euro Einnahmen und Ausgaben abschließt, wurde so spät genehmigt wie nie. Erstmals seit über 15 Jahren war eine Kreditaufnahme von rund 1,255 Millionen Euro eingeplant.

Doch Siegel konnte Entwarnung geben: Die Kreditaufnahme wird dieses Jahr nicht benötigt. Aufgrund der späten Genehmigung konnten geplante Maßnahmen, etwa im Straßenbau, nicht mehr umgesetzt werden und werden ins nächste Jahr verschoben. Positiv entwickeln sich die Einnahmen: Die Einkommensteuer hat sich seit 2008 auf über zwei Millionen Euro mehr als verdoppelt, und auch die Gewerbesteuer stieg auf fast zwei Millionen. Ein Wermutstropfen bleibt: Durch die hohe Steuerkraft sinken die staatlichen Schlüsselzuweisungen.

Millionen-Investitionen in der Gemeinde

Bürgermeister Siegel blickte auf eine Reihe von Großprojekten zurück, die die gesamte Gemeinde betrafen. Dazu zählte der Umbau der Arztpraxis in Großheirath, den er als aktuell größten finanziellen Posten bezeichnete und der im Kostenrahmen liege. Auch die Investitionen in die Feuerwehren, diverse Straßensanierungen (Schulstraße, Hirtenberg) und die Maßnahmen gegen Starkregen wurden thematisiert.

Als teuerste Aufgabe der nächsten Jahre nannte Siegel die Sanierung der Kläranlage Itzgrund. Hier machte er deutlich, dass es unumgänglich sein werde, die Bürger über die Gebühren an den Kosten zu beteiligen.

Watzendorfer Themen im Fokus: Glasfaser, Gemeindehaus und Beleuchtung

Im Zentrum der Watzendorfer Versammlung stand die anschließende Fragerunde, in der Bürgermeister Siegel auf drängende lokale Themen einging.

Fortschritt beim Glasfaserausbau

Zum Thema Glasfaser konnte Siegel konkrete Neuigkeiten vermelden. Zunächst sei der "Grasiger Weg" an der Reihe. Man sei zuversichtlich, diesen Bereich heuer noch zu schaffen, wetterabhängig. Der restliche Ort folge dann nach einer Winterpause.

Hoffnung für das Gemeindehaus

Auf Nachfrage aus der Versammlung zum Gemeindehaus Watzendorf bestätigte Siegel, dass die grundsätzliche Machbarkeit einer Sanierung geprüft wurde. Eine statische Untersuchung habe ergeben, dass das Fundament ausreichend sei. Ein Bürger merkte an, dass bereits viel Eigenleistung durch Vereine erbracht wurde und man sich nun wünsche, dass das Projekt vorankomme.

Siegel erklärte die Verzögerung mit der Bindung an das Programm der ländlichen Entwicklung. Das Projekt sei aber „machbar“ und solle in die nächsten Haushaltsberatungen aufgenommen werden, sei aber von den finanziellen Mitteln abhängig.

Neue Straßenlaterne und Hundekotbeutel-Spender

Ein weiterer Bürger sprach die Beleuchtungssituation im „Grasiger Weg“ (Höhe 12-14) an, die als unzureichend dunkel beschrieben wurde. Bürgermeister Siegel sicherte zu, dies mit der Süc zu prüfen. Die Kabel seien bereits vorhanden. Man werde eine Kostenschätzung (für eine LED-Lösung) einholen.

Die wiederholte Anfrage nach einem Hundekotbeutel-Spender oberhalb der Kreisstraße wurde ebenfalls aufgenommen, da der aktuelle Standort als zu weit entfernt empfunden wird.

Ein persönlicher Abschied in Watzendorf

Zum Abschluss seiner letzten Bürgerversammlung in Watzendorf bedankte sich Siegel bei den Bürgern und speziell bei den Ortsvereinen für die gute Zusammenarbeit und das Engagement für den Ortsteil.

Er betonte die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit und die funktionierende Kommunikation. Der Bürgermeister schloss mit der Bemerkung, dass es ihm eine Ehre gewesen sei, der Gemeinde 18 Jahre vorzusehen