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Buchenrod – Auch im "Haus der Bäuerin" in Buchenrod hielt Bürgermeister Udo Siegel seine „letzte Runde Bürgerversammlung in dieser Legislaturperiode“ ab. Es war für ihn der Abschied von Buchenrod nach 18 Jahren Amtszeit. Unter den Anwesenden waren auch die Kandidaten der FREIEN WÄHLER Großheirath e.V. gut vertreten, darunter Andreas und Franziska Lorenz, Oliver Göckel, Nadja Buhl, Herman Raab und Sebastian Fellisch. Siegel nutzte die Gelegenheit für einen umfassenden Rück- und Ausblick auf die Finanzen der Gemeinde, große Bauprojekte und die spezifischen Anliegen der Buchenroder Bürger.
Solide Finanzen trotz geplanter Defizite
Den Auftakt machte der Kassensturz der Gemeinde. Der Haushalt 2025, der mit fast 13 Millionen Euro Einnahmen und Ausgaben abschließt, wurde so spät genehmigt wie nie. Erstmals seit über 15 Jahren war eine Kreditaufnahme von rund 1,255 Millionen Euro eingeplant.
Doch Siegel konnte Entwarnung geben: Die Kreditaufnahme wird dieses Jahr nicht benötigt. Aufgrund der späten Genehmigung konnten geplante Maßnahmen, etwa im Straßenbau, nicht mehr umgesetzt werden und werden ins nächste Jahr verschoben. Positiv entwickeln sich die Einnahmen: Die Einkommensteuer hat sich seit 2008 auf über zwei Millionen Euro mehr als verdoppelt, und auch die Gewerbesteuer stieg auf fast zwei Millionen. Ein Wermutstropfen bleibt: Durch die hohe Steuerkraft sinken die staatlichen Schlüsselzuweisungen.
Millionen-Investitionen in der Gemeinde
Bürgermeister Siegel blickte auf eine Reihe von Großprojekten zurück, die die gesamte Gemeinde betrafen. Dazu zählte der Umbau der Arztpraxis in Großheirath, den er als aktuell größten finanziellen Posten bezeichnete und der im Kostenrahmen liege. Auch die Investitionen in die Feuerwehren, diverse Straßensanierungen (Schulstraße, Hirtenberg) und die Maßnahmen gegen Starkregen wurden thematisiert.
Als teuerste Aufgabe der nächsten Jahre nannte Siegel die Sanierung der Kläranlage Itzgrund. Hier machte er deutlich, dass es unumgänglich sein werde, die Bürger über die Gebühren an den Kosten zu beteiligen.
Buchenroder Themen im Fokus: Wiesenstraße, Verkehr und Friedhof
Im Zentrum der Buchenroder Versammlung stand die anschließende Fragerunde, in der die Sanierung der Wiesenstraße und die Verkehrssicherheit intensiv diskutiert wurden.
Diskussion um Wiesenstraße und Ampel Die geplante Sanierung der Wiesenstraße bleibt ein zentrales Thema. Siegel stellte klar, dass die Straße selbst nicht verbreitert wird. Ein “Gehweg” in Form eines Pflasterstreifens wird auf der Nordseite angelegt. Die Position wurde im Gemeinderat diskutiert – auch wegen der nötigen Straßenquerung am Radweg –, jedoch aufgrund planerischer Vorgaben und der Nähe zum Spielplatz so entschieden. Der Streifen kann bei Bedarf auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen überfahren werden.
Die neue Ampelanlage wurde kontrovers diskutiert. Einerseits wurde die gewonnene Sicherheit für Fußgänger und Kinder gelobt. Andererseits berichteten Bürger von deutlich erhöhter Geschwindigkeit, da viele Autofahrer von "freier Fahrt" ausgingen, sobald sie die Ampel sehen. Es wurde angeregt, die Auslösung und den Standort der Ampel an der Kreuzung Brunnenstraße zu optimieren, um Rückstaus zu vermeiden.
Verkehrssicherheit und Tempolimit Der vereinzelt geäußerte Wunsch nach zusätzlichen Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung, wie Bodenschwellen, wurde geäußert. Dem erteilte Siegel jedoch eine klare Absage. Solche baulichen Maßnahmen seien bei förderfähigen Straßen (verkehrswichtige Innerortsstraße) problematisch und würden zudem zu Lärmbelästigung durch landwirtschaftliche Fahrzeuge führen. Auch das Versetzen von Ortsschildern sei rechtlich schwierig. Als Kompromiss könnten optische Verengungen oder die Pflasterung am Rand dienen.
Zukunft des Friedhofs Großehirath Auf Nachfrage zur Zukunft des Friedhofs bestätigte Siegel, dass die Gemeinde diesen übernommen hat, da das Bestattungswesen eine kommunale Pflichtaufgabe ist. Die Leichenhalle, die als "kompletter Sanierungsfall" gilt, soll saniert und nicht abgerissen werden. Ziel sei es, einen würdigen Andachtsraum zu erhalten. Entsprechende Angebote für die Grundsicherung würden derzeit eingeholt.
Weitere Anliegen Weitere Wortmeldungen betrafen den Zustand der Ortsverbindungsstraße nach Neuses, den Wunsch nach einem Verkehrsspiegel und die Meldung über einen Straßenschaden.
Ein persönlicher Abschied in Buchenrod
Zum Abschluss seiner letzten Bürgerversammlung in Buchenrod bedankte sich Siegel bei den Bürgern für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit und die direkte Kommunikation. Sichtlich bewegt schloss er mit der Bemerkung, dass es ihm eine Ehre gewesen sei, der Gemeinde 18 Jahre vorzustehen.